Mit einem Kleinbus durch Norwegen

Link zu dem VLOG der Reise bei YouTube: Norwegen Roadtrip 2020

Das Jahr 2020 ist das Jahr der „Coronakriese“und somit kein gutes Jahr zum reisen. Die Lage in der Pandemie spitzt sich dermaßen zu, das Deutschland am 15. März die Grenzen schließt und der Flugverkehr weitestgehend eingestellt wird. Für mich ein absolutes Novum. Seit ich lebe, habe ich nicht erlebt, dass ich nicht mehr ins Ausland reisen darf … .

Wir planen die meisten Urlaube bereits im Vorjahr und somit haben wir auch für den Sommer im Jahr 2020 bereits einen Urlaub mit einem Kleinbus in Norwegen geplant und die Fähre ist bereits gebucht. Durch die geschlossenen Grenzen sieht es lange Zeit so aus, als wenn der Norwegenurlaub nichts wird. Wir beschließen erst mal abzuwarten und darauf zu hoffen, das die Grenzen bis zu den Sommerferien wieder geöffnet werden.

Zwei Wochen vor dem geplanten Start glauben wir eigentlich schon nicht mehr daran, dass der Norwegenurlaub wirklich klappt und fangen bereits an Alternativen für den Urlaub zu suchen. Doch 6 Tage vorher öffnet die norwegische Regierung für deutsche Urlauber wieder die Grenzen. Wir können also tatsächlich fahren.

Wir bestücken unseren Kleinbus schnell mit den notwendigen Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen, um in der norwegischen Wildnis überleben zu können. Zu viert wird das eine enge Angelegenheit. Aber wir sind lange Reisen gewöhnt und freuen uns auf die vielen tollen Eindrücke und Erlebnisse.

1. Etappe: Von Preetz nach Lindesnes (964 km)

Unsere 1. Etappe führt uns von Preetz über den Hafen Hirtshals an der nördlichen Spitze Dänemarks und der Fähre nach Kristiansand im Süden von Norwegen.

Wir starten am 22. Juli. Der Wecker klingelt um 4:00 Uhr in der Früh. Um 5:00 Uhr sitzen wir in dem bis unter das Dach vollgeladenem Auto und lassen den Motor an. Bis zum Mittag müssen wir im dänischen Hirtshals sein, um unsere Fähre nach Norwegen zu erwischen.

Die Überquerungen der Grenzen und die Fährfahrt verlaufen ohne Probleme. Somit kommen wir wie geplant am Nachmittag auf dem norwegischen Festland an. Von dort fahren wir zu einem kleine Campingplatz auf der Halbinsel Lindesnes. Der dortige Leuchtturm steht auf dem südlichsten Punkt des norwegischen Festlandes. Wir laufen zum Sonnenuntergang zu dem Leuchtturm und genießen das Farbenspiel der untergehenden Sonne.

2. Etappe: Von Lindesnes zum Preikestolen (200 km)

Nach einer Nacht auf dem südlichsten Campingplatz Norwegens führt unsere 2. Etappe über 200 km durch die südlichen Ausläufer der norwegischen Berge bis an den Lysefjord. Dort wandern wir am nächsten Tag eine Strecke von fast 5 km und 500 Höhenmetern hinauf zum Preikestolen und wieder zurück. Der Preikestolen ist ein 600 Meter hoher in den Fjord ragender Felsvorsprung mit einer gigantischen Aussicht über den Fjord. 

Da uns die fast 5 Stunden lange Wanderung zum Preikestolen einiges abverlangt, lassen wir es am nächsten Tag mit einer Kanutour im Fjord etwas ruhiger angehen.

3. Etappe: Vom Preikestolen nach Bergen (354 km)

Nach dem Preikestolen führt unsere nächste Etappe nach Bergen. Eine Länge von gerade mal 345 km lässt diese Etappe vergleichsweise kurz aussehen. Allerdings müssen wir auch fast 4.000 Höhenmeter auf kleinen und kurvigen Straßen bewältigen und drei Fähren über Fjorde nehmen. Wir starten deshalb gleich Morgens. Eine gute Entscheidung, da wir bis zum Ziel tatsächlich über 12 Stunden benötigen werden.
Kaum sitzen wir im Auto, fängt es auch schon an zu regnen. Die Sicht bleibt trotzdem relativ gut. Somit fahren wir an endlosen imposanten Fjordlandschaften und riesigen Bergen vorbei, während sich bedrohliche Wolkenberge über und hinweg ziehen.
Als wir am späten Abend Bergen erreichen, regnet es noch immer. Wir bauen unsere Zelte im strömenden Regen auf und legen uns schlafen. 

Etappe 4: Von Bergen zum Geirangerfjord (332 km)

Nach 24 Stunden Dauerregen sind wir völlig durchgefroren und treten die Flucht in Richtung des Geirangerfjord an. Der Wetterbericht hat dort besseres Wetter versprochen.
Zum Glück behält der Wetterbericht recht und am Geirangerfjord verbringen wir eine tolle Woche voller Sonnenschein, Wanderungen zu Wasserfällen, Motorbootfahren und Angeln. Simon fängt mit der Angel einen riesigen Köhler. Diesen backen wir in Salzkruste und verspeisen ihn zum Abendessen. Eine tolle Woche zum entspannen in grandioser Landschaft mit vielen Abenteuern. Vor allem die Sonnenuntergänge über den großen Bergen und das rauschen des Wasserfalls neben unserem Zelt sind genial.

Etappe 5: Heimweg (1.200 km)

Nach der Woche am Geirangerfjord geht es wieder auf den Heimweg. Kurz vor Kristiansand übernachten wir ein letztes mal in Norwegen, bevor wir wieder die Fähre Richtung Dänemark besteigen. Am Abend des nächsten Tages kommen wir zuhause an. Somit haben wir haben wir die kompletten 1.200 km des Rückweges innerhalb von nur zwei Tagen bewältig.