Der Ölpreis kennt keine Höhenangst

Der US-Dollar-Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl kannte in letzter Zeit nur eine Richtung. Wie man dem Chart der Sorte WTI des letzten Jahres entnehmen kann, hat er sich im letzten Jahr fast verdoppelt.

Es könnte jedoch sein, dass wir jetzt die Höchststände gesehen haben. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr erneut zurückgenommen. Wegen der Abschwächung der US-Konjunktur wird jetzt nur noch ein Plus von 1,5 Prozent auf 87,2 Mio. Barrel erwartet. Auch im Januar hatte die IEA ihre Prognose von 87,8 auf 87,6 Mio. Barrel gesenkt. Zudem ist der starke Anstieg des Ölpreises sicherlich auch auf Spekulanten und die Dollarschwäche zurückzuführen.

Es scheint mir sehr wahrscheinlich das sich hier eine Blase gebildet hat. Es stellt sich nur die Frage, wann diese platzt.

Wie Balda das Vertrauen der Anleger verspielte

Im August schien die Welt bei Balda noch in Ordnung zu sein. Das iPhone (für das Balda die Touchsreens hestellt) verkaufte sich gut, es wurde ein neuer Großauftrag für Touchscreens an Land gezogen und bekannte Finanzinvestoren wie Guy Wyser-Pratte kauften sich zunehmend ein.
Ab September zeichneten sich dann erste Probleme ab. Das Traditionsgeschäft mit Handyschalen lief so defizität, dass es Balda zunehmend in Finanznöte brachte. Vorstandscheff Joachim Gut verkündete jedoch einen Käufer zu suchen und sich zukünftig mehr auf die anderen Bereiche zu konzentrieren. Er bestritt des weiteren wehement, dass die finanziellen Belastungen aus der Handyschalenproduktion für Balda ein Problem darstellten.
Am 31. Oktober 2007 gab Balda plötzlich bekannt, Wandelgenusscheine mit einem Nennbetrag von 34,2 Millionen Euro privat platziert zu haben. Laut Vorstand wurde das Geld für einen Ausbau der Produktion in Asien benötigt, der durch den neuen Großauftrag nötig geworden ist.
Nicht mal einen Monat später, am 29. November 2007 kündigte Balda eine Kapitalerhöhung um bis zu 6.769.584 Aktien an. Die Bezugsfrist lief vom 3. bis zum 17. Dezember 2007 und das Bezugsverhältnis war 7:1. Die festlegung des Bezugspreises erfolgte am 10. Dezember 2007. Er betrug 10 Euro. Somit konnte Balda über weitere 68 Millionen Euro verfügen. Bei bekanntgabe der Kapitalerhöhung war der Kurs von Balda bereits deutlich eingebrochen. Er erholte sich jedoch wieder, weil die bekannten Finanzinvestoren sich beeilten zu versichern, dass Sie beabsichtigten die Kapitalerhöhung voll warzunehem. Sie zeigten sich jedoch von dem Vorgehen der Geschäftsleitung überrascht.
Am 19. Dezember 2007 kündigte Balda an, einen Käufer für die Handyschalenproduktion gefunden zu haben. Es hieß weiterhin, der Verkauf solle noch bis zum Ende des Jahres mit Wirkung zum 31.12.2008 abgewickelt werden. Dadurch solle erreicht werden, dass alle Verluste der Handyschalenproduktion noch in der Bilanz des Jahres 2007 enthalten sind. Ab dem Jahr 2008 sollte es keine weiteren Belastungen aus diesem Bereicht mehr geben. Darüber hinaus versicherte die Geschäftsleitung, dass die Gesamtsumme der Belastungen nur im oberen, einstelligen Millionenbereich liege.
Danach bewegte sich der Kurs der Balda-Aktie nur noch in Richtung Süden. Dies kam durch andauernde Berichte, dass der Verkauf der Handyschalenproduktion für Balda teurer als erwartet wird und das es Unregelmäßigkeiten gibt. Der Vorstandschef Joachim Gut bestritt diese jedoch immer wieder entschieden. Er sprach sogar von Rufmord und geziehlten Gerüchten. Bis Anfang Februar kündigte er immer noch einen Gewinn für 2008 an. Er behauptete das Ergebnis vor Steuern (EBT) werde bei 24 Millionen Euro liegen und der Umsatz bei 414 Millionen Euro. Des weiteren sagt er den Medien:

Dass Balda die Verluste seiner ehemaligen Tochtergesellschaften tragen muss, steht außer Frage. … Für das Jahr 2007 werden sich die Belastungen in einem kleinen zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Anfang März wird bekannt, dass Balda den Verkauf der Handyschalenproduktion rückabwickelt. Zusätzlich wird bekannt, das Balda die dort angefallenen Schulden nicht mit der bestehenden Liquidität tragen kann. Nach eigenen Angaben summierte sich die Belastung auf 30 bis 40 Millionen Euro. Es müssen neue Geldgeber gesucht werden und es muss mit den Banken verhandelt werden. Der Investor Guy Wyser-Pratte trennte sich am 17. März 2008 mit hohen Verlusten von seinen Anteilen.
Nach dieser Misere ist der Aktienkurs von Balda auf etwas über 2 EUR gefallen. Da das Management von Balda jegliches Vertrauen der Aktionäre verspielt hat, ist mit keiner Erholung des Kurses zu rechnen.

Balda-Chart 2008

Quellen

Die Hamburger Hafen und Logistik AG geht an die Börse

HHLA - Kai

Seit dem 2. November 2007 wird die Aktie der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) an der Frankfurter und Hamburger Börse gehandelt. Die Emission von 22 Millionen der rund 70 Millionen Aktien zu je 53 Euro hat mehr als 1 Mrd. Euro in die Kasse der Stadt Hamburg gespült. Damit ist diese Emission der wohl größte Börsengang des zweiten Halbjahres 2007.

HHLA - Chart - Tag 1

Die Erstnotierung lag mit 59 Euro 11,3 Prozent über dem Emissionspreis. Der Tagesschlusskurs lag sogar bei 62 Euro. Damit waren für Anleger bereits am ersten Tag Kursgewinne von mehr als 17 Prozent möglich.

Mobilcom, Freenet … und was kommt jetzt?

Es ist schon eigenartig wie schnelllebig die Informationstechnologie ist. Da wundert es einen nicht, wenn dies auf die Firmen in diesem Umfeld abfärbt. Wie schnell sich die Dinge bei Freenet (vormals Mobilcom) immer wieder ändern ist jedoch beachtlich. Hier mal eine kleine chronologische Auflistung der Geschenisse:

  • Mobilcom wird 1991 von von Gerhard Schmid gegründet
  • 1999 wird Freenet als Internetserviceprovider von Mobilcom und anderen Investoren gegründet. Mobilcom hält dabei 50,43% der Anteile.
  • Der Versuch ein eigenes UMTS-Netz aufzubauen, führte Mobilcom 2002 an den Rand der Insolvenz.
  • Am 8. Juli 2005 wurde die geplante Reintegration von Freenet in die mobilcom AG bekanntgegeben. Es folgen zahlreiche Klagen von Aktionären beider Firmen gegen die Verschmelzung, welche die Fussion in die Länge ziehen.
  • Am 11. Oktober 2006 steigt der Konkurent Drillisch bei Mobilkom ein und will sein Telefongeschäft mit Mobilcom zusammen legen. Dies wird vom Vorstand und den Aktionären jedoch abgelehnt.
  • Am 2. März 2007 wird – anders als ursprüglich geplant – Mobilcom in Freenet integriert.
  • Am 23. August 2007 erhöht Drillisch seine Anteile an Freenet auf fast 30% und will mit anderen Aktionären Telefon- und Internetgeschäft wieder aufspalten.