Reha: Mein Weg zurück mit neuer Hüfte

High-Tech, Herzlichkeit und der weite Weg zurück

Fünf Wochen sind vergangen, seit ich in der VITREA Ostseeklinik Damp meine neue Hüft-Endoprothese erhalten habe. Wer meinen Blog Artikel „Mein Weg zur neuen Hüfte (TEP) mit 51“ gelesen hat, weiß: Mit 51 Jahren ist das Ziel klar – ich will so schnell wie möglich zurück in ein aktives Leben. Doch die Realität nach der OP ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Für diesen Weg habe ich mich bewusst für die ambulante Reha im ZAR Kiel entschieden.

Auf dem Weg zur Reha

Pioniergeist in der Rehabilitation: Was ist das ZAR?

Bevor ich in die Details meines Alltags eintauche, ein kurzer Blick hinter die Kulissen: Das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) ist ein echter Vorreiter. Das Mutterunternehmen, Nanz Medico, eröffnete 1996 in Stuttgart das erste ZAR als erste zugelassene ambulante Rehaklinik Deutschlands. Die Idee war damals revolutionär: Hochleistungmedizinische Reha, aber nah am Wohnort, damit Patienten in ihrem sozialen Umfeld bleiben können. Heute gibt es bundesweit über 30 Standorte. Das ZAR Kiel, direkt am Schlossgarten gelegen, ist eine der modernsten Adressen und kombiniert jahrzehntelange Erfahrung mit einem fast schon futuristischen Setting.

Ein architektonisches Highlight: Reha im Denkmal am Schlossgarten

Ein Faktor, der den Aufenthalt im ZAR Kiel besonders macht, ist die Location selbst. Das Zentrum befindet sich in einem der markantesten Gebäude der Stadt Kiel: Am Schlossgarten 14.

Gebäude des ZAR Kiel

Das Gebäude wurde zwischen 1979 und 1982 von den renommierten Architekten Schnittger, Diedrichsen und Dr. Hoge errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Ursprünglich als Sitz der ehemaligen Landesbank (später LBS und HSH Nordbank) konzipiert, besticht das Haus durch seine charakteristische Architektur, die hanseatische Beständigkeit mit einer modernen Linienführung verbindet.

Nach einer intensiven, einjährigen Umbauphase wurde das Gebäude im März 2024 als ZAR neu eröffnet. Wo früher Bankgeschäfte abgewickelt wurden, erstreckt sich heute auf vier Stockwerken und über 3.000 Quadratmetern eines der modernsten Rehazentren des Nordens.

Besonders beeindruckend ist die exklusive Dachterrasse mit Blick über die Kieler Förde – ein Ort, der allein durch seine Atmosphäre die Genesung unterstützt. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieser geschichtsträchtige Ort direkt am Schlossgarten zu neuem Leben erweckt wurde, um Menschen wieder auf die Beine zu helfen.

Der „Leidensweg“: Wenn Zentimeter über Schmerz entscheiden

Ich will ehrlich zu euch sein: Die Reha ist eine emotionale Achterbahn. Mein persönlicher „Leidensweg“ ist anfänglich geprägt von einer harten Zahl: 20 %. Das ist die maximale Belastung, die ich nach der OP meinem neuen Gelenk aktuell zumuten darf. Ich darf die Belastung während der Reha zwar nach und nach steigern, werde aber insgesamt drei Monate lang mit Krücken laufen müssen. Keine Vollbelastung, kein freies Gehen, kein Auto fahren – eine enorme Geduldsprobe.

Zusätzlich kämpft mein Körper mit einer anatomischen Veränderung: Mein operiertes Bein wurde im Zuge der OP um mehrere Zentimeter verlängert, um die Stabilität des Gelenks zu optimieren. Was medizinisch perfekt ist, ist für meine Muskeln und Sehnen ein Schock. Sie müssen sich erst an die neue „Architektur“ meines Körpers gewöhnen. Das führt zu Verspannungen und Schmerzen, die weit über die OP-Wunde hinausgehen.

Ganzheitlichkeit statt bloßes Muskeltraining

Was mich am ZAR Kiel so überzeugt, ist die Erkenntnis, dass Reha mehr ist als nur „Beine bewegen“. Man wird hier von einem multidisziplinären Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern und Ergotherapeuten betreut, die Hand in Hand arbeiten.

Das Programm ist unglaublich breit gefächert und geht weit über das Fitnessstudio hinaus:

  • Wissen als Medizin: In Fachseminaren lernen wir alles über gesunde Ernährung, Sportprophylaxe und Sozialrecht. Besonders beeindruckt hat mich der Fokus auf die psychische Komponente: Seminare zu Stressverarbeitung und geistiger Resilienz zeigen, dass auch der Kopf heilen muss.
  • Körper & Geist: Techniken wie die Progressive Muskelrelaxation (PMR) helfen mir, mit den Schmerzen und der Anspannung durch die Fehlbelastung umzugehen.
  • Spezialtraining: Neben der klassischen Krankengymnastik gibt es gezielte Gangschulen, um das Laufen mit Krücken bei 20 % Teilbelastung zu perfektionieren, sowie Thromboseprophylaxe und manuelle Lymphdrainagen, um die Schwellungen in den Griff zu bekommen.
  • Das Bewegungsbad: Ein absolutes Highlight, um gelenkschonend Mobilität zurückzugewinnen.

High-Tech: Wenn die Apple Watch zum Reha-Partner wird

Als Technik-Fan ist das ZAR für mich ein Spielplatz. Die Trainingsfläche ist mit modernsten Geräten von TechnoGym ausgestattet. Das Geniale: Einige Geräte lassen sich direkt mit meiner Apple Watch pairen. Meine Trainingsdaten fließen direkt in mein digitales Gesundheitstagebuch in Apple Health.

Dazu gibt es sogar die eigene ZAR-App für mein iPhone. Damit habe ich meinen wöchentlichen Terminplan, Übungsvideos und Fortschritte immer auf dem Handy dabei. Diese Transparenz motiviert mich ungemein, auch wenn die Fortschritte in Millimetern gemessen werden.

Die Vorteile der ambulanten Lösung

Morgens holt mich der ZAR-Fahrdienst entspannt ab und bringt mich nach einem intensiven Tag wieder nach Hause. Diese Struktur ist Gold wert.

Ich habe die volle professionelle Betreuung durch Spitzen-Therapeuten, kann aber abends in meinem eigenen Bett schlafen und Zeit mit meiner Familie verbringen. Das gibt mir die seelische Kraft, die ich für die nächsten Wochen auf Krücken brauche.

Fazit nach drei Wochen Reha

Der Weg ist steinig, und die Muskeln meckern oft über das „neue“ Bein. Aber die individuelle Betreuung im ZAR Kiel und die Gewissheit, dass hier modernste Technik auf echtes menschliches Interesse trifft, lassen mich positiv in die Zukunft blicken. Die Trendumkehr bei meiner Trainingsbelastung ist in Apple Health bereits sichtbar – und das ist erst der Anfang!


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