Reha in Bad Wildungen

Als bei mir eine Reha (Rehabilitation) anstand, empfahl mein Arzt mir diese in Bad Wildungen zu machen. Bis dahin hatte ich noch nie etwas von dem Städtchen Bad Wildungen gehört. Ein kurze Recherche im Internet ergab, dass der Ort ein Heilbäderzentrum ist und etwas südlich von Kassel an den Ausläufern des Kellerwalds  in Hessen liegt. Auch die bekannte Edertalsperre liegt in unmittelbarer Nähe.  Somit war meine Neugier geweckt und ich beschloss die Reha in Bad Wildungen zu machen.

 

Während der Reha habe ich mir die nähere Umgebung genauer angesehen und war von der Vielzahl der Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten überrascht. Hier meine Top 3:

Greifvogelschau im Wildtierpark Edersee

Auf dem Hammerberg (ca. 335 m ü. NHN) am Südufer des Edersee liegt der Wildtierpark Edersee. Man hat von dort aus einen wunderschönen Blick auf den Edersee und die  Edertalsperre.

Im Wildtierpark Edersee werden viele der heimischen Tiere und einige andere Tiere in Gehegen gehalten. Mein persönliches Highlight dabei ist die Greifvogelschau, die zwei mal am Tag stattfindet. Bei dieser können Greifvögel (z.B. Falken, einen Uhu und diverse Geier) im Flug bewundert werden. Neben den Tieren aus dem Wildtierpark, beteiligen sich auch diverse wilde Vögel an der Flugshow. Diese haben gelernt, dass es dabei etwas leckeres zu essen gibt und deshalb beteiligen sich immer mehr dieser wilden Vögel.

Flugshow-Bilder in meinem Foto-Blog: http://purrucker.photos/2018/04/02/flugshow-im-wildtierpark-edersee/

Webseite des Tierparks: https://www.wildtierpark-edersee.eu

Edertalsperre

Die Staumauer ist ein beindruckendes Bauwerk welches durch die Preussische Staatsbauverwaltung unter Wilhelm II in den Jahren 1908 bis 1914 erbaut wurde. Der durch Sie aufgestaute Edersee ist nach Volumen drittgrößte Stausee in Deutschland. Nur die Stauseen an der Rurtalsperre und der Bleilochtalsperre sind geringfügig größer. Die Edertalsperre ist 48 Meter Hoch und 400 Meter breit.

Wenn man mit dem Auto kommt, gibt wes auf beiden Seiten der Staumauer einen Parkplatz. Man darf mit dem Auto aber nicht über ie Staumauer fahren. Die kleine Straße auf der Staumauer kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad überqueret werden.

Wikipedia Seite über den Edersee: https://de.wikipedia.org/wiki/Edersee 

Webseite der Edersee Touristic GmbH mit vielen weiteren Ausflugstipps: http://www.edersee.com

Mittelalterliche Altstadt von Fritzlar

Fritzlar ist eine Kleinstadt im  Schwalm-Eder-Kreis mit gut erhaltenen mittelalterlichen Fachwerkhäusern. Viele Stadthäuser, insbesondere um den Markt herum, stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert und sind liebevoll restauriert. Das Rathaus ist eines der älteste in Deutschland und wurde bereits im Jahr 1109 urkundlich erwähnte. Zudem gibt es eine an vielen Stellen noch sehr gut erhaltene Stadtmauer mit vielen Wehrtürmen. Einer dieser Wehrtürme (der sogenannte graue Turm) ist mit 37 m Höhe der höchste noch stehende städtische Wachturm in Deutschland. Er beinhaltet inzwischen ein Museum und kann besichtigt werden.

Neben diversen weiteren Museen gibt es viele kleine Restaurants, Kaffees und Läden. Bei meinem Besuch in Fritzlar gab es an jeder Ecke etwas zu entdecken und die Zeit verging wie im Flug. Man sollte für den Besuch dieser interessanten Kleinstadt sollte man auf jeden Fall genügend Zeit einplanen.

Wikipedia Seite über Fritzlar: https://de.wikipedia.org/wiki/Fritzlar

Dumont Reisehandbuch – Florida


Durch eine Erkrankung musste ich einen Aufenthalt im Krankenhaus in meine Terminplanung mit einbauen. In dem Krankenhaus war zudem der Mobilfunkempfang so miserabel, dass das Internet kaum benutzbar war. Somit hatte ich viel Zeit zu lesen. Diese Zeit habe ich genutzt, um einige Reiseführer über Florida zu lesen und unsere Reise dorthin zu planen.

Als leidenschaftlicher Fotograf musste ich natürlich als erstes das Taschenbuch „Miami und die Florida Keys“ von National Geographic lesen, dass sich fast wie ein Roman lesen läßt und viele tolle Fotografien von Matt Propert enthält. Die Zusammenfassung des Buches habe ich in dem Beitrag „Reiseplanung – Miami und die Florida Keys“ veröffentlicht.

Als nächstes kam dann ein richtiger Reiseführer dran. Schon auf den Reisen in meiner Kindheit, hatten meine Eltern immer einen Reiseführer von Dumont mit dabei. Somit war für mich schnell klar, dass ich jetzt den Reiseführer „Florida“ von Dumont durchlesen würde. Dieser hat mir dann auch sehr gut gefallen und deshalb im folgenden eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke beim Lesen dieses Buches.

Das Reise-Handbuch „Florida“ von Dumont umfasst beindruckende 430 Seiten und ist somit ein sehr umfangreiches Werk. Es wurde von Axel Pinck geschrieben und die dritte aktualisierte Auflage ist 2016 erschienen. Der Inhalt des Reiseführers ist klar und übersichtlich gegliedert und beinhaltet die folgenden Teile, die jeweils in diverse Kapitel unterteilt sind:

  • Wissenswertes über Florida
    • Steckbrief Florida
    • Natur und Umwelt
    • Wirtschaft, Soziales und aktuelle Politik
    • Geschichte
    • Gesellschaft und Alltagskultur
    • Architektur, Kunst und Kultur
  • Wissenswertes für die Reise
  • Unterwegs in Florida
    • Miami und die Gold Coast
    • Everglades und Florida Keys
    • Tampa Bay und Golfküste
    • Orlando und Zentralflorida
    • Floridas Norden

Der Reiseführer beinhaltet diverse Karten der einzelnen Regionen. Eine herausnehmbare, ausklappbare und besonders detaillierte Karte der wichtigsten Regionen mit Register und Entfernungstabelle befindet sich im hinteren Einband.

Fazit

Der Reiseführer „Florida“ von Axel Pinck ist ein solides und umfangreiches Nachschlagewerk mit vielen hilfreichen und praxisnahen Tipps für die Reise. Mit der Hilfe dieses Reiseführers behält man stets den Überblick, auch wenn das Internet mal nicht funktionieren sollte. Durch seine übersichtliche und strukturierte Gliederung und die vielen Register, findet man immer schnell die gerade benötigten Informationen.

Abgesehen von den allgemeinen Kapiteln über die Geschichte, Gesellschaft, Kunst usw. läßt sich dieser Reiseführer nicht wie ein Roman von A-Z durchlesen. Dazu ist der Charakter als Nachschlagewerk zu ausgeprägt. Ich würde deshalb empfehlen, vor der Reise nur die allgemeinen Kapitel durchzulesen und die anderen Kapitel nur für die konkrete Reiseplanung oder vor Ort als Nachschlagewerk zu nutzen. Auf diese Weise lernt man vor der Reise und innerhalb kurzer Zeit das Wesentliche über das Land und hat bei Bedarf ein verlässliches Nachschlagewerk für weitere Details im Gepäck.

Wo gibt es das Buch zu kaufen?

Das Buch kann ohne Versandkosten direkt beim Verlag bestellt werden. Das gedruckte Buch kostet dort 23,99- € und das eBook (als PDF-Datrei) 18,99- €. Alternativ kann man das Buch natürlich auch über den Buchhandel oder bei Amazon bestellen. Hier die entsprechenden Links, um das Buch zu bestellen.

Reiseplanung – Miami und die Florida Keys

Das National Geographic Taschenbuch „Miami und die Florida Keys“ mit 270 Seiten entdeckte ich, als ich durch einen Buchladen stöberte. Es wurde von Mark Miller geschrieben und beinhaltet viele tolle Fotografien von Matt Propert.

Nach einigen Seiten mit Tipps für die Reiseplanung beginnt es mit einer 13 Seiten langen und prägnanten Zusammenfassung der Geschichte und Kultur von Miami und Umgebung. Es folgen zehn Kapitel zu den jeweiligen Regionen bzw. Stadtteilen von Miami und den Keys. Zudem gibt es viele Tipps, Reiseinformationen und ein ausführliches Register mit den im Buch vorkommenden Namen und Begriffen.

Fazit

Das Buch läßt sich an einem Tag durchlesen. Zudem beschränk es sich mit Miami und den Florida Keys auf eine Region, die man bequem in ein bis zwei Wochen bereisen kann. Dadurch hat das Buch eine handliche Größe und läßt sich gut mit auf eine Reise nehmen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Reiseführern ist dieses Buch kein reines Nachschlagewerk, sondern läßt sich wie ein Roman von Anfang bis Ende durchlesen. Man lernt dabei viel über die Geschichte, Kultur und die einzelnen Regionen. Ich fand es somit sehr informativ und kurzweilig.  Bei Bedarf kann man diesen Reiseführer aber auch als Nachschlagewerk verwenden. Durch das ausführliche Register findet man jederzeit schnell die richtige Stelle zu einem gesuchten Thema.

Ich werde dieses Buch auf jeden Fall mit auf meine Reise nach Florida nehmen, um die eine oder andere Sache auf der Reise noch mal nachzuschlagen und das eine oder andere Kapitel zur Vertiefung ein zweites mal zu lesen.

Wer einen klassischen Reiseführer und ein Nachschlagewerk für ganz Florida sucht ist mit dem Dumont Reisehandbuch – Florida besser bedient. Auch über diesen hebt ich einen kurzen Beitrag in diesem Blog geschrieben.

Wo gibt es das Buch zu kaufen?

Falls man das Buch nicht bei einem Buchhändler kaufen möchte, kann man es direkt beim Verlag oder bei Amazon bestellen. Hier der Link, um das Buch bei Amazon zu bestellen.

Kurztrip nach Danzig

Anfang des Jahres 2018 hatten wir ein bisschen Urlaub und das dringende Bedürfnis mal wieder etwas dem Alltagstrott zu entgehen und ein wenig raus zu kommen. Wir entschieden uns deshalb einen Kurztrip in die schöne Stadt Danzig zu machen und uns dort die berühmte Altstadt anzusehen. Wenn man sich eine historische Bedeutende Stadt ansieht, möchte man natürlich auch in einem passendem Hotel wohnen. Nach kurzer Suche im Internet fanden wir in unmittelbarer Nähe zu Danzig im berühmten Badeort Sopot das Grand Hotel Sopot. Es wurde im Jahr 1927 im neobarocken Stil erbaut und die damaligen Baukosten beliefen sich auf 20 Millionen Danziger Gulden. Dies schient genau das richtige Hotel für unseren Kurztrip zu sein und wir buchten uns ein Zimmer.

Anreise

Trotz der weiten Strecke von 778 km entschieden wir uns mir dem Auto zu fahren. Somit starteten wir morgens um 9:00 Uhr und hatten die 420 km bis zur polnischen Grenze in weniger als 4 Stunden geschafft. Nach einer kleinen Mittagspause ging es um 14:00 Uhr weiter. Ab Stettin gab es keine Autobahn mehr und es ging über schlecht sanierte Landstraßen und teilweise sogar innerorts weiter. Deshalb benötigen wir für die restlichen 358 km über 5 Stunden und kommen erschöpft um 20:30 Uhr bei dem Grand Hotel Sopot an.

Wir checken schnell im Hotel ein und bringen die Koffer in das Zimmer. Danach gehen wir runter in das Restaurant des Hotels und geniessen ein sehr leckeres Abendessen mit mehreren Gängen. Danach geht es an die stielvolle Hotelbar, wo es noch noch einkleines polnisches Bierchen als Betthupferl gibt. Danach legten wir uns schlafen, um am nächsten Tag für die Besichtigung von Danzig ausgeruht zu sein.

Besichtigung von Danzig

An der Rezeption unseres Hotels in Sopot erfahren wir, dass es in Danzig viel Verkehr und wenig Parkplätze gibt. Deshalb wir uns empfohlen mit dem Zug zu fahren. Nach einen gemütlichen Frühstück starten wir und laufen das kurze Stück zu Fuß zum Bahnhof in Sopot. Von dort fahren wir mir der Bahn bis zum Hauptbahnhof in Danzig. Die Fahrt dauert nicht mal eine halbe Stunde der Hauptbahnhof liegt in unmittelbarer Nähe der Altstadt von Danzig. Von dem Hauptbahnhof aus laufen wir quer durch die Altstadt von Danzig und schauen uns die Sehenswürdigkeiten an, die uns am interessantesten erscheinen.

Nach 8 Stunden kommen wir erschöpft und glücklich wieder im Hotel an. Wir haben viel gesehen und es hat spaß gemacht. Danzig ist eine sehr schöne Stadt mir vielen historischen Gebäuden. Man kann einen Besuch dieser Stadt wirklich empfehlen. Besonders sehenswert fanden wir die den Hauptbahnhof im Stil der Neurenaissance, die Altstadt, das Krantor, und das Grüne Tor.

Wilder Westen: USA-Reise durch Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona

Nachdem unsere letzten Herbsturlaube immer sehr naß und kalt waren, wollten wir mal etwas weiter in den Süden. Nach einer längeren Diskussion haben wir uns deshalb entschlossen im Herbst 2017 an die südliche Westküste der USA zu fliegen und einen Road Trip durch den Wilden Westen der USA zu machen. Nachdem diese Entscheidung getroffen war, lasen wir uns durch diverse Blogs und Reiseführer und erstellten eine Liste mit den Sehenswürdigkeiten, die wir und ansehen wollen. Danach priorisieren wir die Sehenswürdigkeiten und überlegten uns eine sinnvolle Route. Nach einigen weiteren Tagen und Diskussionen war dann die folgende 3300 km lange Strecke entstanden, die wir in zwei Wochen bewältigen wollten.

Anreise

Mit einer Boeing 777-300ER von Swiss Air fliegen wir in der Holzklasse über Zürich nach San Francisco. Die Sitze sind sehr eng. Wir sind aber sowieso zu aufgeregt, um zu schlafen. Der Flug dauert durch den Umweg über Zürich und das Umsteigen insgesamt mehr als 15 Stunden. Bis wir durch die Einreisekontrolle sind, den Mietwagen abgeholt haben und im Hotel Pullman in Redwood City in der Nähe von San Francisco ankommen, vergehen weitere vier Stunden. Wir fallen danach nur noch völlig erschöpft ins Bett und schlafen bis zum nächsten Morgen.

San Francisco

Als erstes sind zwei Tage in San Francisco eingeplant. Am ersten Tag in San Francisco fahren wir Vormittags als erstes im Mission Dolores Park im spanischen viertel von San Francisco. Von diesem Park hat man eine geniale Aussicht über die Innenstadt. Das Wetter ist ein Traum. Es ist sonnig, wir haben eine klare Sicht auf die Innenstadt und die Temperaturen stiegen auf mehr ls 20 Grade Celsius. Überall sitzen kleine Familien mit Kindern und es ist eine entspannte und friedliche Stimmung.

Am Nachmittag des ersten Tages in San Francisco ziehen wir weiter in die Innenstadt und nach Chinatown, um die Stadt und ihre Geschäfte etwas näher kennen zu lernen. Da wir viel Outdoor unterwegs sind, darf dabei natürlich auch ein Besuch im Flagshipstore von The North Face nicht fehlen. Diese Firma für Outdoor-Bekleidung wurde schließlich in San Francisco gegründet.

Am zweiten Tag in San Francisco besichtigen wir am Vormittag die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz (inzwischen die beliebteste Touristenattraktion in San Francisco). Gerade zur Urlaubszeit ist die Besichtigung der Besichtigung der Insel meistens ausgebucht. Dies ist auch der Fall als wir dort eintreffen. Zu Glück hatte ich dies vorher im Internet gelesen und schon vorher Katen gekauft. Somit können wir wie geplant um 10:00 Uhr mit der Fähre auf die Insel fahren und in ruhe das dortige Museum ansehen.

Als wir von Alcatraz wieder zurück sind, gibt es das Mittagessen im Hafen auf dem Pier 39. Die ehemalige Bootsanlegestelle Pier 39 im Stadtteil Fisherman’s Wharf im Norden San Franciscos ist inzwischen ein bekannter und ganzjähriger Rummel mit vielen Restaurants und Geschäften. Am Nachmittag fahren wir dann über die Golden Gate Bridge aus der Stadt raus und in die Marin Headlands, um die Aussicht auf die Stadt und die Golden Gate Bridge in der Abendsonne zu genießen. Die dort gelegenen Aussichtspunkte Battery Spencer und Hawk Hill sind für so etwas bestens geeignet. Sie sind nur etwas schwierig mit dem Auto zu finden. Man kann leicht an der Abfahrt vorbeifahren, deshalb hatte ich mir vorher eine genaue Wegbeschreibung über Google Maps vorbereitet. Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang bei den Aussichtspunkten an und genießen die Aussicht bei Sonnenschein, klarer Sicht und warmen Temperaturen. Ein absolutes Highlight auf unserer Reise!

Yosemite Nationalpark

Von San Francisco geht es weiter zum Yosemite Nationalpark in der Sierra Nevada. Die Fahrt dauert 4 Stunden und wir kommen Mittags im Nationalpark an. Den Nachmittag über schauen wir uns das Yosemite Valley an und unternehmen eine kleine Wanderung zum Mirror Lake. Am späten Nachmittag stehen wir im Valley dann leider in einem Stau und schaffen es deshalb nicht mehr den berühmten Glacier Point zum Sonnenuntergang zu erreichen. Wir fahren deshalb direkt zu unserem Hotel und kommen dort kurz nach Sonnenuntergang an. Die Enttäuschung den Glacier Point verpasst zu haben ist natürlich groß, aber es warten ja noch weiter tolle Aussichtspunkte auf uns. Bei meinem nächsten Besuch im Yosemite Nationalpark werde ich auf jeden Fall mehr Zeit und mögliche Staus mit einplanen.

Über die Sierra Nevada und durch das Death Valley

Am nächsten Tag steht unsere Königsetappen an. Wir wollen Abends im Amargosa Valley übernachten und vorher die Sierra Nevada und das Death Valley durchqueren. Unser Weg ist gepflastert mit genialen Aussichtspunkten, von denen wir uns den einen oder andern anschauen wollen. Die Etappe hat eine Länge von 536 km und die reine Fahrtzeit soll bereits 6 Stunden und 20 Minuten betragen. Es gibt an diesem Tag 11 Stunden Tageslicht und wir benötigen 40 Minuten für das Mittagessen. Somit verbleiben uns ca. 4 Stunden für die Aussichtspunkte.

Die Nacht im Hotel war ein wenig anstrengend, da wir nicht ausreichend Betten im Zimmer hatten und deshalb drei Leute in einem kleinen Doppelbett schlaffen mussten. Dennoch starten wir pünktlich um 6:30 Uhr noch vor Sonnenaufgang. Der Weg führt uns über Serpentinen hinaus aus dem Yosemite Valley über eine kleine Passstraße (Tioga Rd / California State Route 120) über den Tioga Pass der Sierra Nevada Richtung Death Valley. Der Tioga Pass ist mit einer Höhe von bis zu 3031 Metern der höchstgelegene Highway-Pass in Kalifornien und der Sierra Nevada. Wir haben Glück, dass er Ende Oktober noch geöffnet ist. Er wird im Winter geschlossen, sobald Schneefall einsetzt. Der Blick über die zum Teil schon schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada ist beindruckend und wir sind von den Eindrücken völlig überwältigt. Ein weiteres Highlight unseres Road Trips!

Nachdem wir die Sierra Nevada überquert haben gönnen wir uns bei Hank & Matt’s Copper Top BBQ ein tolles Mittagessen, bevor es weiter in das Death Valley geht. Dieser BBQ-Grill hat bei TripAdvisor weit und breit die beste Bewertung bekommen und diese kann ich nur bestätigen. Das Fleisch ist zart, saftig und sehr lecker.

Nach dem Mittagessen geht es weiter durch das Death Valley und kaum sind wir am Anfang des Tals angekommen, fängt es an zu regnen. Was für ein Zufall. Wir sind in dem trockensten Tal der USA und genau jetzt regnet es. Der angenehme Nebeneffekt des Regens ist, dass es nicht ganz so heiß ist und wir das Tal somit bei angenehmen Temperaturen besichtigen können. Bis die Sonne untergeht, bleiben wir immer wieder an Aussichtspunkten stehen und laufen ein kleines Stück. Die Natur ist beeindruckend schön und ich mache natürlich wieder diverse Fotos. Wir kommen erst spät im Hotel an. Das Hotel mit dem Namen Longstreet Inn Casino ist ein Casino und Truckertreff mitten in der Wüste und entspricht in jeder Hinsicht dem amerikanischen Klischee. Eine absolut stielechte Unterkunft im Amargosa Valley.

Las Vegas

Nach der schweren und langen Etappe des Vortages lassen wir es heute etwas gemächlicher angehen. Das nächste Ziel ist Las Vegas und das liegt nur 155 km entfernt. Nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne vor dem Hotel, besuchen wir noch das Ash Meadows National Wildlife Refuge. Ein nicht ganz so überlaufener und wunderschöner Nationalpark. Durch eine Quelle mitten in der Wüste entsteht hier eine Vielfalt von Leben.

Nach der Besichtigung des Ash Meadows National Wildlife Refuge  fahren wir weiter nach Las Vegas und beziehen dort für zwei Tage ein ruhiges Hotel etwas abseits aber nicht weiter als 5 Gehminuten von dem Las Vegas Strip entfernt. Die Stadt Las Vegas ist das absolute Gegenteil zu der einsamen Natur der Nationalparks. Sie ist hektisch, laut, bunt und schrill. Wenn man mit dem Auto aus einem Nationalpark kommt und in die Stadt fährt, wird man durch den Unterschied regelrecht geschockt. Aber wenn man schon in der Gegend ist, muss man so etwas sicherlich auch mal gesehen haben. Wir bleiben also für zwei Tage und schauen und die Stadt bei Tag und Nacht an und natürlich mache ich auch das eine oder andere Foto in Las Vegas. Als wir nach den beiden Tagen Las Vegas wieder verlassen, bin ich sehr froh, wieder in die Stille der Natur zu entkommen. Bei anderen Großstädten bin ich gerne auch mal eine Woche geblieben. Zwei Tage Las Vegas waren für mich aber absolut ausreichend. Im Vergleich zu London, Paris oder New York, war mir diese Stadt doch zu künstlich, zu übertrieben und zu schrill.

Bryce Canyon

Im Anschluss an Las Vegas geht es weiter zum Bryce Canyon. Ein weiteres Highlight unseres Road Trips und mein Favorit. Dieser Canyon liegt in einer Höhe von 2400 bis 2700 Metern und ist somit wesentlich höher als der nahegelegene Zion-Nationalpark und der Grand-Canyon-Nationalpark. Zudem ist ist der Canyon sehr trocken. Es ist also wichtig ausreichend Wasser mitzunehmen.

Wir beschließen das Auto auf einem der zahlreichen Parkplätze abzustellen und wandern vom Rand des Canyon mehrere Kilometer in diesen hinein. In dieser Höhe ist die Luft unglaublich dünn und klar. Der Himmel ist tief Blau und in der Sonne ist es warm. An jeder Ecke gibt es andere uns faszinierende Gesteinsformationen zu sehen und alle erstrahlen im Sonnenlicht in einer unglaublich intensiven, orangen Farbe. Man kommt sich vor wie in einer Märchenwelt. Gleichzeitig immer wieder dieser weite Blick hinunter in den Canyon und auf die Berge in der Ferne.

Während unseres Aufenthalts im Bryce Canyon übernachten wir zwei mal in der Riverside Ranch in dem kleinen Ort Hatch. Der immer gut gelaunte und freundliche Betreiber Bill läßt dieses kleine Motel mit angeschlossenem Campingplatz zu unserer Lieblingsunterkunft auf dem ganzen Urlaub werden. Er erzählt uns Anekdoten aus der Gegend, spielt zum Frühstück Musik die er extra für uns raussucht und gibt uns diverse Tipps für gute Parkmöglichkeiten und Aussichtspunkte in der Gegend. Dieses Hotel kann man wärmstens empfehlen.

Antelope Canyon

Und weiter geht’s zum Antelope Canyon bei der Kleinstadt Page in Arizona. Diese Stadt hat aktuell gerade einmal 7.000 Einwohner und wurde erst im Jahr 1957 gegründet. Sie ist somit die jüngste Stadt in den USA. Die Stadt wurde damals für die Bauarbeiter errichtet, die den Glen Canyon Dam bauten, um den Lake Powell aufzustauen.

Der Antelope Canyon ist ein sehr langer und tiefer Spalt im Sandstein, der durch Wasser und Wind entstanden ist. Der Canyon liegt im Indianerland und es ist nicht erlaubt diesen allein aufzusuchen. Man kann ihn aber im Rahmen einer Führung besichtigen. Es gibt mehrere Anbieter für solche Führungen, die leicht im Internet zu finden sind.

Da die Führungen für den Antelope Canyon oft ausgebucht sind, sollte man bereist ein paar Wochen vor der Reise eine Führung bei einem dieser Anbieter buchen. Bei der Buchung ist zu beachten, dass man zwei Stellen in dem Canyon besichtigen kann. Die eine Stelle heißt Upper Antelope Canyon und die andere Lower Antelope Canyon. Der Lower Antelope Canyon ist über eine Treppe vom Parkplatz aus zugänglich, währen der Upper Antelope Canyon nur über geführte Touren mit Bussen erreichbar ist. Deshalb ist der Besuch des Lower Antelope Canyon deutlich günstiger. Zudem sollte man möglichst zur Mittagszeit eine Tour buchen. Dann steht die Sonne am höchsten und beleuchtet die Gesteinsformationen in dem Canyon deshalb am eindrucksvollsten.

Ich hatte bereits einige Wochen zuvor eine Tour bei dem Anbieter Dixie Ellis für den Lower Antelope Canyon gebucht. Wir waren gespannt, wie die Führung wird, weil man im Internet teilweise Berichte über nicht sonderlich freundliche Führer findet. Die Sorge war aber unbegründet. Unser Führer ist sehr freundlich, zuvorkommend und erklärte uns viel über das frühere Leben der Indianer und die Geschichte des Landes. Es wird eine eindrucksvolle Führung, die ich nur empfehlen kann. Die Farben und die Lichtstimmung in diesem Canyon sind wirklich beeindruckend.

Monument Valley

Nach dem Antelope Canyon geht es weiter zum fast jedem bekannten Monument Valley. Dieses Valley liegt innerhalb der Navajo-Nation-Reservation an der südlichen Grenze des US-Bundesstaates Utah, sowie im Norden Arizonas. Durch seine riesigen, roten und markanten Gesteinsformationen ist es Kulisse in diversen Werbesendungen und Filmen und dürfte nahezu jedem bekannt sein. Das Valley kann mit dem eigenen Auto oder mit einer Bustour mit Führung befahren werden. Wir entscheiden uns für das eigene Auto. Bei der Fahrt durch das Valley stellt sich diese Entscheidung als sehr mutig heraus. Die Schotterpisten sind für unseren Van durch die vielen Schlaglöcher und die steile Steigungen absolut grenzwertig. Auf unserer Tour kommen wir sogar an Geländewagen vorbei, die einen Plattfuss haben oder festgefahren sind. Es geht aber alles gut.

Am Abend übernachten wir in der kleinen Stadt Kayenta. Diese hat noch nicht mal 5.000 Einwohner, liegt mitten in der Navajo Nation Reservation und es ist kein Verkauf von Alkohol erlaubt.

Grand Canyon und Route 66

Das Monument Valley ist auch der östlichste Punkt unserer Reise. Von hier aus geht es wieder Richtung Westen. Unser erstes Etappenziel ist der Grand Canyon. Um diesen Riesigen Canyon zu besichtigen, fahren wir nach Grand Canyon Village an die Südkante des Canyon. Von dort wandern wir auf einem Wanderweg entlang der Felswand hinunter Richtung Colorado River. Nach einer Stunde und ein paar hundert Metern drehten wir aber lieber wieder um und laufen zurück. Für die ganze Strecke bis zum Fluß und zurück würde man zwei Tage benötigt. So viel Zeit haben wird nicht und wenn man im Canyon übernachten will, muss man das vorher anmelden.

 

Nach der Besichtigung des Grand Canyon fahren wir weiter und beziehen ein Hotel in der kleinen Stadt Kingman. Diese Stadt liegt auf der ehemaligen Route 66. Deshalb findet man hier überall etwas über diese erste durchgehend geteerte Straße, die von der Ostküste an die Westküste ging. Um ein bisschen von der Geschichte der Route 66 mitzubekommen, fahren wir ein Stück nicht auf der Schnellstraße, sondern auf der ehemaligen Route 66 nach Oatman. Diese ehemalige Goldgräber ist sehr gut erhalten und es leben sogar noch Menschen dort. Es wird inzwischen nicht mehr nach Gold gesucht, aber einige Einwohner sind geblieben und bieten Souvenirs und Krimskrams für die Touristen an. Wir sind in Oatman vor allem von den wilden Eseln begeistert, die durch die ganze Stadt laufen und versuchen von den Touristen Futter zu bekommen.

Pazifikküste und Paso Robles

Als letztes steht ein Schlenker zu der Pazifikküste auf unserer Reise an. Wir übernachten in einem Hotel in der bekannten Weinanbauregion Paso Robles und testen dort natürlich auch den einen oder anderen kalifornischen Wein. Am nächsten Tag fahren wir noch ein Stück die California 1 (eine Landstraße direkt am Pazifik) entlang und danach wieder zurück nach San Francisco. Am letzten Tag unseres Urlaubs besichtigen wir dann noch die Universität Stanford bei Palo Alto und dann geht es mit dem Flugzeug wieder nach Hause. Am Ende wäre man – wie so oft – gerne eine Woche länger geblieben. Aber so ist das ja bei jedem schönen Urlaub.