2FA bei einer Synology NAS mit TOTP

Immer wieder hört man von Ransomware (bzw. Krypto-Trojanern), welche Daten auf Servern und Storagesystemen verschlüsseln und Lösegeld erpressen. Umso wichtiger ist es somit seine NAS-Systeme (Network Attached Storage) gegen so etwas abzusichern. Oft wird dazu die sogenannte 2FA (Zwei-Faktor-Authentifizierung) verwendet.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist eine Technik, um die Benutzerkonten vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Sie funktioniert durch zwei verschiedene Identitätsbeweise. Der erste Beweis ist etwas, das nur Ihr wisst: Euer Passwort. Der andere Beweis ist meistens ein PIN, der über eines eurer Geräte angezeigt wird und sich alle 30 Sekunden ändert. Dazu wird üblicher Weise der TOTP (Time-based One-time Password Algorithmus) Standard verwendet.

Seit Synology in diesem Sommer für seine NAS-Systeme den DSM (DiskStation Manager) in der Version 7 rausgebracht hat, wird 2FA unterstützt. Und es ist jedem anzuraten, diese auch zu verwenden. Falls Ihr noch die alte Version 6 verwenden sollten, habe ich in dem Artikel „Synology Diskstation Manager 7.0“ beschrieben, wie man ein Upgrade durchführt.

Wenn man ein Smartphone hat, benötigt man für die Zwei-Faktor-Authentifizierung lediglich eine App die den TOTP (Time-based One-time Password Algorithmus) beherrscht. Ich selber nutze dazu aktuell 1Password. Es gibt aber auch diverse kostenlose Apps, welche diesen Standard beherrschen (z.B. Google Authenticator oder Microsoft Authenticator). Im folgenden Artikel werde ich erklären, wie man eine 2FA über TOTP für einen Benutzer im DSM einrichtet. Falls Ihr lieber ein Video mit einer Anleitung anschauen möchtet, verlinke ich hier auch ein Anleitungsvideo zu dem Thema, das ich auf YouTube hochgeladen habe.

Wie richtet man eine 2FA für einen Benutzer bei DSM ein?

Um die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei einem Benutzer im DSM einzurichten, meldet man sich zunächst mit diesem an. Danach klickt man auf das Personen-Symbol oben rechte in der Ecke (siehe roter Kreis auf dem folgenden Screenshot).

In dem sich aufklappenden Menü wählt man dann den Menüpunkt „Persönlich“ aus und es öffnet sich eine Seite mit den persönlichen Einstellungen des Benutzers. Etwas weiter unten auf dieser Seite gibt es dann den Abschnitt „Anmeldemethode“. Dadrunter gibt es einen Bereich mit der Überschrift „2-Faktor-Authentifizierung“ (siehe blaues Viereck auf dem folgenden Screenshot). Wenn man auf diesen klickt, öffnet sich ein Einrichtungsdialog, der einen durch die Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung führt.

In dem Dialog wird man zunächst nach der Methode gefragt. Synology bietet hier verschiedene an. Wie eingangs beschrieben wollen wir die Methode nach dem TOTP Standard verwenden. Deshalb wählen wir hier die Methode OTP aus (siehe blaues Viereck). Synology verzichtet in der Bezeichnung der Methode auf das „T“ von „TOTP“. Das kann an dieser Stelle leicht verwirren.

Nach der Auswahl der Methode, wird man nach seinem Passwort gefragt. Nach erfolgreicher Eingabe von diesem, erscheint ein allgemeines Hinweisfenster mit Informationen zu 2FA. Mit dem „Weiter“ Knopf gelang man im Anschluss zu einem Fenster mit Informationen zu der Installation der App „Synology Secure SignIn“. Wie bereits geschildert, kann man aber jede App verwenden, die den TOTP Standard unterstützt. Sofern man eine solche bereits installiert hat, benötigt man die App „Synology Secure SignIn“ also nicht. In diesem Fall klickt man einfach wieder auf „Weiter“ und ladet endlich in der eigentlichen Einrichtung von TOTP (siehe Screenshot).

Die konkrete Einrichtung von TOTP besteht jetzt aus zwei Schritten.

  • Scannen des angezeigten QR Codes mit der TOTP App.
  • Bestätigung des erfolgten Scanns durch Eingabe des richtigen PINs

Sobald man diese Schritte durchgeführt hat, ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv. Sobald man sich mit einem neuen Gerät und seinem Benutzer an der Synology NAS anmeldet, wird man jetzt zusätzlich nach dem PIN gefragt. Erst nachdem man diesen mit Hilfe der TOTP App eingegeben hat, gelangt man auf den Desktop des DSM. Somit ist man zukünftig zusätzlich abgesichert, wenn einem das Passwort entwendet werden sollte.

Synology Diskstation Manager 7.0

Endlich ist die bereits sehnsüchtig erwartete Version 7.0 des DSM (DiskStation Manager) von der Firma Synology erschienen.

Für diejenigen von Euch die das DSM nicht kennen: Der DSM ist das Betriebsystem für die NAS Systeme der Firma Synology. Es beinhaltet eine Weboberfläche und diverse Anwendungen für die Verwaltung von Daten wie Dateien, Fotos, Videos, usw.

Bei der Version 7 verspricht der Hersteller das bislang größte Update für sein Betriebssystem. Dies war allerdings auch dringend nötig, da die Version 6.0 jetzt bereits vor mehr als 4 Jahren veröffentlicht wurde. Sie sollte eigentlich auch schon viel früher erscheinen. Synology hatte sich aber wiederholt entschieden, den Erscheinungstermin zu verschieben. Gerade bei einer Software für ein NAS (Network Attached Storage) ist dieses Vorgehen sicherlich auch sinnvoll, wenn die Software noch nicht wirklich stabil läuft. Schließlich kann eine Fehlfunktion hier auch immer gleich zu einem sehr unschönen Datenverlust führen.

Was sind die Neuerungen bei Version 7.0?

Das Motto des Launch-Events lautete „Smart. Simple. Reliable„. Damit unterstreicht Synology, dass neben diversen internen Erneuerungen und Verbesserungen auch die Oberfläche grundlegend überarbeitet und die Stabilität verbessert wurde. Die neue Benutzeroberfläche soll ein flüssigeres und intuitiveres Arbeiten ermöglichen. Zudem wurde auch der Speicher-Manager optisch aufgefrischt und hinsichtlich der Arbeitsgeschwindigkeit optimiert. Eine neue Live-Ansicht der Systemauslastung und das zentrales Analyse-Tool „Active Insight“ liefern deutlich detaillierte Informationen und werden die Administration deutlich vereinfachen. Die vielen Apps für Fotos, Musik und Videos wurden zu zwei Apps zusammengefasst und um viele neue Funktionen wie automatische Zusammenstellung von Alben und Sortierung nach erkannten Personen erweitert.

Wie wird das Update eingespielt?

Der DSM 7.0 läuft auf allen Modellen ab dem Jahr 2015. Falls Ihr das Update installieren möchtet, findet Ihr unter folgendem Link auf der Synology Seite: DSM7. Zudem erkläre ich in dem folgenden Video im Detail, wie man seine Synology aktualisiert. Getestet habe ich das Update auf meiner bereits 2017 erworbenen DS416play, über die ich in diesem Blog in dem Artikel „Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1“ bereits berichtet hatte.

Tausch einer defekten Festplatte in einer Synology NAS

Wie so häufig in letzter Zeit, saß ich diese Woche im Homeoffice und arbeitete vor mich hin. Plötzlich ertönte ein lauter Signalton. Ich war zunächst erschrocken und stellte dann fest, das dieser von meinem NAS (Network Attached Storage) kam. Mein NAS ist eine Disk Station DS416play von der Firma Synology, die ich vor drei Jahren gekauft habe. Dies ist ein NAS mit 4 Festplatten, dass genug Performance für das Abspielen eines 4k Videos bietet. Es gibt von Synology aber auch noch diverse andere Disk Stations, die sich alle ähnlich bedienen lassen. Hier mal ein Link zu einigen Modellen bei Amazon.

Ein Blick auf den DSM (DiskStation Manager) meiner Disk Station zeigte mir, dass eine der vier Festplatten des Gerätes ausgefallen ist.

Zum Glück habe ich auf der Disk Station ein SHR eingerichtet. SHR ist die Abkürzung für „Synology Hybrid RAID“ und ist ein spezielles, von der Firma Synology entwickeltes RAID (redundant array of independent disks). SHR speichert die Daten redundant. Bei dem Ausfall einer Platte kann diese somit ohne Datenverlust ersetzt werden. Zudem bietet SHR im Gegensatz zu herkömmlichen RAID-Systemen die Möglichkeit Platten mit unterschiedlicher Größe zu verbauen.

Da meine Disk Station schon recht voll ist, habe ich mir nicht nur eine neue, sondern auch gleich eine größere Festplatte gekauft. Diese habe ich dann während dem laufenden Betrieb einfach in die Disk Station eingebaut und hinterher im Speicher-Manager des DSM hinzugefügt. Da es bereits die zweite größere Platte in dem NAS war, wurde hinterher der verfügbare Speicher größer. Einer der Vorteile von SHR ist, dass man durch den nachträglichen Einbau von mindestens zwei größeren Platten automatisch den Speicherplatz erhöht (Da die Daten redundant gespeichert werden, müssen mindesten zwei Platten größer sein). Das ganze hat problemlos funktioniert und ich habe jetzt eine instand gesetzte und größere NAS. Mein Fazit: SHR von Synology funktioniert und ist eine super Sache!

Die einzelnen Schritte für die Einbindung der Platte habe ich auch ein einem YouTube Video festgehalten, welches ich hier auch mal verlinke.

Meinen Testbericht zu der DS416play findet ihr in diesem Blog-Artikel: Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1

Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1

Synology DS416play

Die taiwanische Firma Synology wurde im Jahr 2000 von den ehemaligen Microsoft Managern Cheen Liao und Philip Wong gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt Network Attached Storage-Geräten (kurz NAS) mit umfangreicher Software auf Basis von Linux zu bauen. Dabei nennt Synology die Hardware DS (DiskStation) und die Software DSM (DiskStation Manager).

Als ich vor 10 Jahren die ersten NAS (Network Attached Storage) Geräte von Synology eingerichtet habe, war ich bereits überrascht wir groß der Funktionsumfang der Software und die Anpassungsmöglichkeiten dieser Geräte waren. Man merkte den Geräten aber an, dass sie eher für kleinere Firmen und den privaten Gebrauch gebaut wurden. Für den Einsatz in großen Firmennetzen waren sie noch nicht reif.

Inzwischen hatte ich einige Jahre keine Synology mehr in der Hand und es wurde höchste Zeit, sich so ein Gerät mit der aktuellen Software mal wieder näher anzuschauen. Als zudem noch mein Speicherplatz für das Backup meiner privaten Daten knapp wurde, beschoss ich mir ein aktuelles NAS der Firma Synology zuzulegen und dieses genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Welches NAS von Synology ist für mich das beste?
Zunächst stellte sich die Frage, welches der aktuellen NAS-Geräte von Synology am ehesten für meine Bedürfnissen passt. Synology bietet inzwischen über 20 unterschiedliche NAS Geräte an, die für verschiedenste Einsatzzwecke ausgelegt sind. Es gibt sowohl für den Privatanwender als auch für Firmen verschiedener Größenordnungen passende Geräte zu finden. Für mich persönlich war eine große Speicherkapazität und ein geringer Stromverbrauch wichtig. Außerdem wollte ich gerne eine etwas leistungsfähigere CPU, um 4k Videos von dem NAS auf den Fernseher übertragen zu können. Nach einer Recherche im Internet entschied ich mich für das Model DS416play welches es aktuell bei Amazon für 442,19- € gibt. Es kann mit vier Platten bestückt werden und bringt eine etwas leistungsstärkere CPU mit. Mit vier Festplatten mit einer Größe von 4 TB und der Verwendung eines RAID (Redundant Array of Independent Disks) mit einer Festplatte für Redundanz erhält man über 10 TB Speicherplatz. Für meine privaten Zwecke ist das zunächst ausreichend. Zudem reicht die CPU der DS416play, um 4k Videos zum Fernseher zu übertragen.

Zusammenbauen und einrichten
Das zusammenbauen und einrichten des NAS ist für jemanden mit Computerkenntnissen schnell erledigt. Die Festplatten können ohne Schrauben eingebaut werden. Sobald man das Gerät anschaltet, holt es sich eine IP-Adresse per DHCP und ist über die URL http://diskstation:5000 erreichbar. Wenn man diese URL im Browser aufruft, landet man auf dem Desktop des DSM (DiskStation Managers). Dort kann man in der Systemsteuerung die Konfiguration des Gerätes vornehmen. Die vier von mir verbauten Festplatten hatte das NAS bereits automatisch zu einem SHR1 (Synology Hybrid RAID) zusammengefasst. Bei Bedarf kann das NAS natürlich auch andere RAID-Arten. Das SHR1 dürfte für die meisten aber auch das geeignetste RAID sein, da es am flexibelsten ist. Danach ist das Gerät prinzipiell einsatzbereit. Es gibt natürlich noch haufenweise kostenlose und kostenpflichtige Zusatzsoftware, die man über das sogenannte „Paket-Zentrum“ installieren kann. Ähnlich wie bei einem iPhone, ist das NAS damit nach Bedarf erweiterbar und kann zu einem kleinen Server mit diversen Funktionalitäten ausgebaut werden.

Fazit
Die NAS Systeme von Synology sind extrem erweiterbar, haben ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis und sind fast schon kleine Applikationsserver mit diversen Funktionen. Für den privaten Gebrauch und für kleine Firmen sind sie völlig ausreichend und mehr Leistung und mehr Funktionen sind für das Geld nicht zu bekommen. Ich kann diese Geräte sehr empfehlen.

Wenn man möchte gibts die Synology DS416play bei Amazon auch bereits bestückt mit Festplatten. Die Variante mit 12 TB Speicherplatz kostet bei Amazon aktuell z.B. gerade 995,- €.

Spezielle Routen für NetApp’s

Im HTTP-Managementinterface von NetApp kann man leider keine speziellen Routen eintragen. Um dennoch eine Route zu setzen, muss man über eine Telnet- oder SSH-Verbindung auf dem Filer in der Datei /etc/rc eine Zeile einfügen. Da es keinen Editor auf der NetApp gibt, muss diese Datei mit dem Befehl wrfile /etc/rc komplett überschrieben werden. Vorher sollte man sich diese Datei natürlich mit rdfile /etc/rc anzeigen lassen, um die alten Einstellungen übernehmen zu können (am besten dabei gleich eine Sicherheitskopie anfertigen). Nachdem man den Befehl wrfile /etc/rc eingibt erscheint ein Prompt, in das man die zuvor angezeigte und um eine Zeile erweiterte Datei eingibt und die Eingabe anschließend mit Str-C beendet. Danach sollte man die NetApp einmal neu starten und die Route sollte aktiv sein.

Im folgenden ein Beispiel der Datei /etc/rc. In dem Beispiel ist mit der roten Zeile eine spezielle Route für das Netzwerk 192.168.140.0 auf das Gateway 192.168.1.9 konfiguriert worden.

#Auto-generated by setup Mon Apr 26 10:11:50 CEST 2010
hostname netapp1
ifconfig e0a `hostname`-e0a mediatype auto flowcontrol full partner 192.168.1.45
ifconfig e0b `hostname`-e0b mediatype auto flowcontrol full partner 192.168.1.55
route add inet 192.168.140.0 192.168.1.9 1
route add default 192.168.1.10 1
routed on
options dns.domainname ohl.local
options dns.enable on
options nis.enable off
savecore