Tausch einer defekten Festplatte in einer Synology NAS

Wie so häufig in letzter Zeit, saß ich diese Woche im Homeoffice und arbeitete vor mich hin. Plötzlich ertönte ein lauter Signalton. Ich war zunächst erschrocken und stellte dann fest, das dieser von meinem NAS (Network Attached Storage) kam. Mein NAS ist eine Disk Station DS416play von der Firma Synology, die ich vor drei Jahren gekauft habe. Dies ist ein NAS mit 4 Festplatten, dass genug Performance für das Abspielen eines 4k Videos bietet. Es gibt von Synology aber auch noch diverse andere Disk Stations, die sich alle ähnlich bedienen lassen. Hier mal ein Link zu einigen Modellen bei Amazon.

Ein Blick auf den DSM (DiskStation Manager) meiner Disk Station zeigte mir, dass eine der vier Festplatten des Gerätes ausgefallen ist.

Zum Glück habe ich auf der Disk Station ein SHR eingerichtet. SHR ist die Abkürzung für „Synology Hybrid RAID“ und ist ein spezielles, von der Firma Synology entwickeltes RAID (redundant array of independent disks). SHR speichert die Daten redundant. Bei dem Ausfall einer Platte kann diese somit ohne Datenverlust ersetzt werden. Zudem bietet SHR im Gegensatz zu herkömmlichen RAID-Systemen die Möglichkeit Platten mit unterschiedlicher Größe zu verbauen.

Da meine Disk Station schon recht voll ist, habe ich mir nicht nur eine neue, sondern auch gleich eine größere Festplatte gekauft. Diese habe ich dann während dem laufenden Betrieb einfach in die Disk Station eingebaut und hinterher im Speicher-Manager des DSM hinzugefügt. Da es bereits die zweite größere Platte in dem NAS war, wurde hinterher der verfügbare Speicher größer. Einer der Vorteile von SHR ist, dass man durch den nachträglichen Einbau von mindestens zwei größeren Platten automatisch den Speicherplatz erhöht (Da die Daten redundant gespeichert werden, müssen mindesten zwei Platten größer sein). Das ganze hat problemlos funktioniert und ich habe jetzt eine instand gesetzte und größere NAS. Mein Fazit: SHR von Synology funktioniert und ist eine super Sache!

Die einzelnen Schritte für die Einbindung der Platte habe ich auch ein einem YouTube Video festgehalten, welches ich hier auch mal verlinke.

Meinen Testbericht zu der DS416play findet ihr in diesem Blog-Artikel: Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1

Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1

Synology DS416play

Die taiwanische Firma Synology wurde im Jahr 2000 von den ehemaligen Microsoft Managern Cheen Liao und Philip Wong gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt Network Attached Storage-Geräten (kurz NAS) mit umfangreicher Software auf Basis von Linux zu bauen. Dabei nennt Synology die Hardware DS (DiskStation) und die Software DSM (DiskStation Manager).

Als ich vor 10 Jahren die ersten NAS (Network Attached Storage) Geräte von Synology eingerichtet habe, war ich bereits überrascht wir groß der Funktionsumfang der Software und die Anpassungsmöglichkeiten dieser Geräte waren. Man merkte den Geräten aber an, dass sie eher für kleinere Firmen und den privaten Gebrauch gebaut wurden. Für den Einsatz in großen Firmennetzen waren sie noch nicht reif.

Inzwischen hatte ich einige Jahre keine Synology mehr in der Hand und es wurde höchste Zeit, sich so ein Gerät mit der aktuellen Software mal wieder näher anzuschauen. Als zudem noch mein Speicherplatz für das Backup meiner privaten Daten knapp wurde, beschoss ich mir ein aktuelles NAS der Firma Synology zuzulegen und dieses genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Welches NAS von Synology ist für mich das beste?
Zunächst stellte sich die Frage, welches der aktuellen NAS-Geräte von Synology am ehesten für meine Bedürfnissen passt. Synology bietet inzwischen über 20 unterschiedliche NAS Geräte an, die für verschiedenste Einsatzzwecke ausgelegt sind. Es gibt sowohl für den Privatanwender als auch für Firmen verschiedener Größenordnungen passende Geräte zu finden. Für mich persönlich war eine große Speicherkapazität und ein geringer Stromverbrauch wichtig. Außerdem wollte ich gerne eine etwas leistungsfähigere CPU, um 4k Videos von dem NAS auf den Fernseher übertragen zu können. Nach einer Recherche im Internet entschied ich mich für das Model DS416play welches es aktuell bei Amazon für 442,19- € gibt. Es kann mit vier Platten bestückt werden und bringt eine etwas leistungsstärkere CPU mit. Mit vier Festplatten mit einer Größe von 4 TB und der Verwendung eines RAID (Redundant Array of Independent Disks) mit einer Festplatte für Redundanz erhält man über 10 TB Speicherplatz. Für meine privaten Zwecke ist das zunächst ausreichend. Zudem reicht die CPU der DS416play, um 4k Videos zum Fernseher zu übertragen.

Zusammenbauen und einrichten
Das zusammenbauen und einrichten des NAS ist für jemanden mit Computerkenntnissen schnell erledigt. Die Festplatten können ohne Schrauben eingebaut werden. Sobald man das Gerät anschaltet, holt es sich eine IP-Adresse per DHCP und ist über die URL http://diskstation:5000 erreichbar. Wenn man diese URL im Browser aufruft, landet man auf dem Desktop des DSM (DiskStation Managers). Dort kann man in der Systemsteuerung die Konfiguration des Gerätes vornehmen. Die vier von mir verbauten Festplatten hatte das NAS bereits automatisch zu einem SHR1 (Synology Hybrid RAID) zusammengefasst. Bei Bedarf kann das NAS natürlich auch andere RAID-Arten. Das SHR1 dürfte für die meisten aber auch das geeignetste RAID sein, da es am flexibelsten ist. Danach ist das Gerät prinzipiell einsatzbereit. Es gibt natürlich noch haufenweise kostenlose und kostenpflichtige Zusatzsoftware, die man über das sogenannte „Paket-Zentrum“ installieren kann. Ähnlich wie bei einem iPhone, ist das NAS damit nach Bedarf erweiterbar und kann zu einem kleinen Server mit diversen Funktionalitäten ausgebaut werden.

Fazit
Die NAS Systeme von Synology sind extrem erweiterbar, haben ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis und sind fast schon kleine Applikationsserver mit diversen Funktionen. Für den privaten Gebrauch und für kleine Firmen sind sie völlig ausreichend und mehr Leistung und mehr Funktionen sind für das Geld nicht zu bekommen. Ich kann diese Geräte sehr empfehlen.

Wenn man möchte gibts die Synology DS416play bei Amazon auch bereits bestückt mit Festplatten. Die Variante mit 12 TB Speicherplatz kostet bei Amazon aktuell z.B. gerade 995,- €.

Spezielle Routen für NetApp’s

Im HTTP-Managementinterface von NetApp kann man leider keine speziellen Routen eintragen. Um dennoch eine Route zu setzen, muss man über eine Telnet- oder SSH-Verbindung auf dem Filer in der Datei /etc/rc eine Zeile einfügen. Da es keinen Editor auf der NetApp gibt, muss diese Datei mit dem Befehl wrfile /etc/rc komplett überschrieben werden. Vorher sollte man sich diese Datei natürlich mit rdfile /etc/rc anzeigen lassen, um die alten Einstellungen übernehmen zu können (am besten dabei gleich eine Sicherheitskopie anfertigen). Nachdem man den Befehl wrfile /etc/rc eingibt erscheint ein Prompt, in das man die zuvor angezeigte und um eine Zeile erweiterte Datei eingibt und die Eingabe anschließend mit Str-C beendet. Danach sollte man die NetApp einmal neu starten und die Route sollte aktiv sein.

Im folgenden ein Beispiel der Datei /etc/rc. In dem Beispiel ist mit der roten Zeile eine spezielle Route für das Netzwerk 192.168.140.0 auf das Gateway 192.168.1.9 konfiguriert worden.

#Auto-generated by setup Mon Apr 26 10:11:50 CEST 2010
hostname netapp1
ifconfig e0a `hostname`-e0a mediatype auto flowcontrol full partner 192.168.1.45
ifconfig e0b `hostname`-e0b mediatype auto flowcontrol full partner 192.168.1.55
route add inet 192.168.140.0 192.168.1.9 1
route add default 192.168.1.10 1
routed on
options dns.domainname ohl.local
options dns.enable on
options nis.enable off
savecore