Erstellung eines USB-Sticks für eine Windows 10 Installation unter MacOS 11

Um ein Windows 10 zu installieren benötigt man ein brootfähiges Installationsmedium. Üblicher Weise ist dies heute USB-Stick. Kürzlich stand ich für der Frage: Wie kann ich einen solchen bootfähigen USB-Stick mit dem von der Webseite von Microsoft runter geladenen ISO-Image erstellen, wenn ich nur einen MacBook mit MacOS 11 zu Hand habe?

Man vermutet, dass die Erstellung dieses USB-Sticks nicht weiter schwer ist und man alles notwendige dafür bei Microsoft runterladen kann. So einfach ist die Erstellung des USB-Sticks unter diesen Bedingungen aber leider nicht. Microsoft hat in dem ISO-Image von Windows 10 eine Datei, die größer als 4 GB ist. Das üblicher Weise auf USB-Sticks zum Einsatz kommende Dateisystem FAT32, kann jedoch nur mir Dateien bis maximal 4 GB umgehen. Somit können die Daten des ISO-Images nicht einfach auf einen bootfähigen USB-Stick kopiert werden. Bei Verwendung des Tool zum Erstellen des Windows 10 USB-Sticks von Microsoft, wird der USB-Stick automatisch mit dem moderneren NTFS Dateisystem formatiert. Dieses Tool läuft aber nur unter Windows und nicht unter MacOS. Zudem kann MacOS nicht mit NTFS umgehen.

Lösung:

Nach einigen Versuchen und nicht funktionierenden Ansätzen habe ich die folgende Lösung gefunden.

  • Installation einer virtuellen Windows 10 Installation auf dem Mac aus dem ISO-Image
  • Starten des virtuellen Windows 10
  • Einbinden des USB-Stick in das virtuelle Windows
  • Erstellung des USB-Stickt mit dem Tool zum eines Windows 10 USB-Sticks von Microsoft innerhalb der virtuellen Maschine

Für die virtuelle Windows 10 Maschine habe ich die Software VirtualBox verwendet. Damit man den USB-Stick in die Maschine einbinden kann, wird zusätzlich das Extensionpack von Virtualbox benötigt. Sofern man Homebrew installiert hat, kann man diese Software ganz einfach mit den folgenden Befehlen auf der Kommandozeile installieren.

brew install virtualbox
brew install virtualbox-extension-pack

Wer mag kann aber natürlich auch eine andere Software für die virtuelle Maschine verwenden. Mit Parallels oder VMware geht das ganze genau so gut.

Windows 7 Bootmanager neu anlegen

Mir ist gerade ein Bootmanager von Windows 7 um die Ohren geflogen und ich einen halben Tag gebraucht, um diesen wieder neu zu installieren. Damit es beim nächsten mal schneller geht, habe ich mir im folgenden die Befehle für eine erneute Installation notiert.

Automatische Reparatur von Windows 7
In vielen Fällen hilft die automatische Reparatur von Windows 7. Diese sollte man immer mindestens drei mal ausführen, da bei jeder Reparatur nur ein Fehler behoben wird. Wenn dies nicht hilft muss man von Hand reparieren und dazu die folgenden Schritte ausführen oder über UEFI booten. UEFI wird aber nur von aktueller Hardware unterstützt.

Boot Manager von Hand einrichten

attrib -h -s C:\boot\BCD
del C:\boot\BCD
bcdedit /createstore c:\boot\bcd.temp
bcdedit.exe /store c:\boot\bcd.temp /create {bootmgr} /d "Windows Boot Manager"
bcdedit.exe /import c:\boot\bcd.temp
bcdedit.exe /set {bootmgr} device partition=C:
bcdedit.exe /timeout 10
attrib -h -s C:\boot\bcd.temp
del c:\boot\bcd.temp

Windows über UEFI booten

  • Mit einer Linux-Live-CD wie ParteMagic booten und mit gdisk prüfen ob die Festplatte bereits GPT ist. Wenn die Festplatte /dev/sda ist, gibt man also das folgende ein.
    sudo gdisk \dev\sda

    gdisk listet jetzt die Filesysteme auf die auf der Festplatte erkannt wurden. Wurde nur MBR erkannt, wird gleich gefragt ob man konvertieren möchte, wenn MBR und GPT oder sonst was erkannt wird, muss man MBR auswählen.

  • Danach muss mit gparted auf der Festplatte der alte Bootsektor gelöscht werden. Meist ist das eine kleine Partition vor der eigentlichen System Partition.
  • Danach muss die Systempartition so verschoben, vergrößert oder verkleinert werden, dass vor ihr Systempartition mindestens 229MB frei sind.
  • Wenn die Partitionierung abgeschlossen ist muss der Computer mit der eingelegten Windows 7 InstallationsCD neu gebootet werden. Extrem wichtig ist hierbei, dass die CD über das BIOS mit UEFI gebootet wird!
  • Sobald das Setup fertig geladen ist gelangt man mit „Umschalt+F10“ in eine Konsole. In dieser Konsole muss diskpart gestartet werden. In der sich öffnenden Eingabeaufforderung muss das folgende eingegeben (sofern unsere Festplatte disk 0 ist)
    select disk 0
    create partition efi size=100
    format quick fs=fat32 label="System"
    assign letter="S"
    create partition msr size=128
    exit
  • Zum Schluss müssen mit dem folgenden Befehl noch die EFI-Dateien von Windows auf die neue Platte kopiert werden.
    mkdir S:\EFI\Microsoft\Boot
    xcopy /s C:\Windows\Boot\EFI\*.* S:\EFI\Microsoft\Boot
  • Nachdem nun das UEFI booten von Windows vorbereitet wurde, beenden wir die Konsole und klicken im Setup auf „Computerreparaturoptionen“. Das Tool wird gleich am Anfang aufschreien, dass er eine automatische Reparatur durchführen kann. Das machen wir natürlich und der Computer startet sich neu aber jetzt über UEFI.