Test einer Synology DS416play mit DSM 6.1

Synology DS416play

Die taiwanische Firma Synology wurde im Jahr 2000 von den ehemaligen Microsoft Managern Cheen Liao und Philip Wong gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt Network Attached Storage-Geräten (kurz NAS) mit umfangreicher Software auf Basis von Linux zu bauen. Dabei nennt Synology die Hardware DS (DiskStation) und die Software DSM (DiskStation Manager).

Als ich vor 10 Jahren die ersten NAS (Network Attached Storage) Geräte von Synology eingerichtet habe, war ich bereits überrascht wir groß der Funktionsumfang der Software und die Anpassungsmöglichkeiten dieser Geräte waren. Man merkte den Geräten aber an, dass sie eher für kleinere Firmen und den privaten Gebrauch gebaut wurden. Für den Einsatz in großen Firmennetzen waren sie noch nicht reif.

Inzwischen hatte ich einige Jahre keine Synology mehr in der Hand und es wurde höchste Zeit, sich so ein Gerät mit der aktuellen Software mal wieder näher anzuschauen. Als zudem noch mein Speicherplatz für das Backup meiner privaten Daten knapp wurde, beschoss ich mir ein aktuelles NAS der Firma Synology zuzulegen und dieses genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Welches NAS von Synology ist für mich das beste?
Zunächst stellte sich die Frage, welches der aktuellen NAS-Geräte von Synology am ehesten für meine Bedürfnissen passt. Synology bietet inzwischen über 20 unterschiedliche NAS Geräte an, die für verschiedenste Einsatzzwecke ausgelegt sind. Es gibt sowohl für den Privatanwender als auch für Firmen verschiedener Größenordnungen passende Geräte zu finden. Für mich persönlich war eine große Speicherkapazität und ein geringer Stromverbrauch wichtig. Außerdem wollte ich gerne eine etwas leistungsfähigere CPU, um 4k Videos von dem NAS auf den Fernseher übertragen zu können. Nach einer Recherche im Internet entschied ich mich für das Model DS416play welches es aktuell bei Amazon für 442,19- € gibt. Es kann mit vier Platten bestückt werden und bringt eine etwas leistungsstärkere CPU mit. Mit vier Festplatten mit einer Größe von 4 TB und der Verwendung eines RAID (Redundant Array of Independent Disks) mit einer Festplatte für Redundanz erhält man über 10 TB Speicherplatz. Für meine privaten Zwecke ist das zunächst ausreichend. Zudem reicht die CPU der DS416play, um 4k Videos zum Fernseher zu übertragen.

Zusammenbauen und einrichten
Das zusammenbauen und einrichten des NAS ist für jemanden mit Computerkenntnissen schnell erledigt. Die Festplatten können ohne Schrauben eingebaut werden. Sobald man das Gerät anschaltet, holt es sich eine IP-Adresse per DHCP und ist über die URL http://diskstation:5000 erreichbar. Wenn man diese URL im Browser aufruft, landet man auf dem Desktop des DSM (DiskStation Managers). Dort kann man in der Systemsteuerung die Konfiguration des Gerätes vornehmen. Die vier von mir verbauten Festplatten hatte das NAS bereits automatisch zu einem SHR1 (Synology Hybrid RAID) zusammengefasst. Bei Bedarf kann das NAS natürlich auch andere RAID-Arten. Das SHR1 dürfte für die meisten aber auch das geeignetste RAID sein, da es am flexibelsten ist. Danach ist das Gerät prinzipiell einsatzbereit. Es gibt natürlich noch haufenweise kostenlose und kostenpflichtige Zusatzsoftware, die man über das sogenannte „Paket-Zentrum“ installieren kann. Ähnlich wie bei einem iPhone, ist das NAS damit nach Bedarf erweiterbar und kann zu einem kleinen Server mit diversen Funktionalitäten ausgebaut werden.

Fazit
Die NAS Systeme von Synology sind extrem erweiterbar, haben ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis und sind fast schon kleine Applikationsserver mit diversen Funktionen. Für den privaten Gebrauch und für kleine Firmen sind sie völlig ausreichend und mehr Leistung und mehr Funktionen sind für das Geld nicht zu bekommen. Ich kann diese Geräte sehr empfehlen.

Wenn man möchte gibts die Synology DS416play bei Amazon auch bereits bestückt mit Festplatten. Die Variante mit 12 TB Speicherplatz kostet bei Amazon aktuell z.B. gerade 995,- €.

Überwachung eines LSI SAS2 Controllers (SAS2008) mit Nagios

Der LSI SAS Controller wird durch das Kernel-Modul mpt2sas betrieben. Für das anzeigen des Status wird ein CLI Tool mit dem Namen sas2ircu benötigt. Aktuelle Debian bzw. Ubuntu Pakete sind auf der Webseite http://hwraid.le-vert.net/wiki/DebianPackages#no1 zu finden.

Damit man die Ausgabe dieses CLI Tools mit Nagios überwachen kann, benötigt man das Nagios-Plugin check_sas2ircu.

Damit das Nagios-Plugin funktionierte, muss es natürlich mit sudo gestartet werden. Damit dies funktioniert, muss man in die Datei /etc/sudoers noch die folgende Zeile eintragen:

nagios ALL=(ALL) NOPASSWD: /usr/lib/nagios/plugins/check_sas2ircu

Überwachung des 3ware Controllers SAS9750-8i mit Nagios

Um den Status eines RAID bei einem 3ware Controller abzufragen, gibt es ein CLI Tool mit dem Namen tw_cli. Jonas Genannt war so nett und hat dazu ein paar Debian-Pakete gebaut, die auch unter Ubuntu laufen. Diese findet man auf der Webseite http://jonas.genannt.name/ (Update: Leider gibt es diese Webseite nicht mehr und ich habe den Link deshalb entfernt.).

Die Ausgabe dieses CLI Tools kann man dann wiederum mit Nagios überwachen. Dadurch bekommt man sofort mit, wenn eine Festplatte ausfällt. Ich habe dazu das Nagios-Plugin check_3ware_raid_1_1 verwendet. Es gibt aber auch noch diverse andere.

Damit das Nagios-Plugin funktionierte, musste ich allerdings einen Softlink für das tw_cli im Verzeichnis der Nagios-Plugins anlegen und das Nagios Plugin mit sudo starten. Damit dies funktioniert, muss man in die Datei /etc/sudoers natürlich noch die folgende Zeile eintragen:

nagios ALL=(ALL) NOPASSWD: /usr/lib/nagios/plugins/check_3ware_raid_1_1

Linux: Austausch einer defekten Festplatte im Software-RAID

Der Status des Software RAID (Redundant Array of Independent Disks) wird bei Linux in der Datei /proc/mdstat festgehalten. Man kann sich den Status eines RAID also mit folgenden Befehl anzeigen lassen:

cat /proc/mdstat

Wenn z.B. die Festplatte /dev/sdb defekt ist, könnte die Ausgabe von wie folgt aussehen:

Personalities : [raid0] [raid1] [raid6] [raid5] [raid4] [raid10] [linear] [multipath]
md2 : active raid1 sdb3[2](F) sda3[0]
730202368 blocks [2/1] [U_]
 
md1 : active raid1 sda2[0] sdb2[2](F)
264960 blocks [2/1] [U_]
 
md0 : active raid1 sdb1[1](F) sda1[0]
2102464 blocks [2/2] [U_]

Details über die einzelnen RAID Devices kann man sich mit dem Befehl mdadm anzeigen lassen. Wenn man die Details von md1 sehen möchte gibt man also den folgenden Befehl ein:

mdadm --detail /dev/md0

Bevor eine neue Festplatte verbaut wird, sollte jetzt zunächst die defekte Festplatte aus dem RAID entfernt werden.

mdadm /dev/md0 -r /dev/sdb1
mdadm /dev/md1 -r /dev/sdb2
mdadm /dev/md2 -r /dev/sdb3

Unter Umständen kann es sein, dass eine verwendete Festplatte teilweise defekt ist und sich nicht alle Devices im Status [U_] befinden, sondern einige Devices im Status [UU] sind. In diesem Fall schlägt der Befehl fehl, da das device in Ordnung ist. In diesem Fall müssen vorher die intakten Devices mit dem Befehl mdadm als defekt markiert werden. Wenn in unserem Beispiel das Device md1 noch intakt wäre, könnte man dies mit dem folgenden Befehl erreichen:

mdadm --manage /dev/md1 --fail /dev/sdb2

Danach kann die neue Festplatte verbaut werden. Wenn dies geschehen ist können Partitionierung und Bootsektor von der intakten Festplatte mit dem Befehl dd kopiert werden. Das kopieren der Partitionstabelle mit dd funktioniert nicht für extended-Partitionen, diese müssen von Hand angelegt werden. Da in unserem Beispiel keine extended-Partitionen vorkommen, könnte man mit dem folgenden Befehl Partitionierung und Bootsektor auf die neue Festplatte kopieren:

dd if=/dev/sda of=/dev/sdb count=1 bs=512

Die Partitionstabelle muss nun vom Kernel neu eingelesen werden.

sfdisk -R /dev/sdb

Zum Schluss müssen die Partitionen der neuen Festplatte noch in das RAID eingebunden werden:

mdadm /dev/md0 -a /dev/sdb1
mdadm /dev/md1 -a /dev/sdb2
mdadm /dev/md2 -a /dev/sdb3

Die neuen Partitionen sind somit Teil des Arrays und werden nun synchronisiert. Dieser Vorgang kann je nach Größe eine ganze Weile dauern. Mittels cat /proc/mdstat kann der Status der Synchronisation aufgerufen werden.

Personalities : [raid0] [raid1] [raid6] [raid5] [raid4] [raid10] [linear] [multipath] 
md2 : active raid1 sdb3[2] sda3[0]
      730202368 blocks [2/1] [U_]
      [==>..................]  recovery = 11.7% (85713024/730202368) finish=143.8min speed=74694K/sec
 
md0 : active raid1 sdb1[2] sda1[0]
      2102464 blocks [2/1] [U_]
        resync=DELAYED
 
md1 : active raid1 sdb2[1] sda2[0]
      264960 blocks [2/2] [UU]
 
unused devices: <none>

OMSA unter Ubuntu für den Dell PERC H700 einrichten

In den Dell PowerEdge Servern wird aktuell häufig der PERC H700 RAID-Controler verbaut. Als ich Heute bei einem solchen Server – der mit der aktuellen „Long Term Support“ Ubuntu-Version „10.04 LTS“ läuft – den OMSA (OpenManage Server Administrator) installierte, überraschte mich dieser gleich mit der Warnung: Controller 0 [PERC H700 Integrated]: Driver '00.00.04.01' is out of date.

Nach ein wenig Recherche im Internet zeigte sich, dass der Treiber 00.00.04.01 eigentlich o.k. ist. Da bei RedHat und SuSe aber inzwischen neuere Treiber verwendet werden, verlangt der OMSA hier den neuen.

Da mich die Warnung in der Überwachung stört, habe ich diese einfach abgeschaltet. Dazu ändert man einfach die Datei lsiver.cfg entsprechend ab. Wenn man das OMSA 6.4 Paket von Dell installiert hat (dieses finde man unter der URL: http://linux.dell.com/repo/community/deb/), liegt diese Datei in dem Verzeichnis /opt/dell/srvadmin/etc/srvadmin-storage/.

In der Datei lsiver.cfg gibt es einen Abschnitt der wie folgt beginnt:

ID=0x1F17
VENDORID=4
NAME=PERC H700 Integrated

In diesem Abschnitt steht etwas weiter unten die Zeile:

DEF-LX26-64=00.00.04.27

Wenn man hier die 27 in 01 ändert und alle OMSA Services (am besten den ganzen Server) neu startet ist der Alarm weg.